Autor Thema: MP4-Stack  (Gelesen 511 mal)

Martin Lemke

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MP4-Stack
« am: 2022-02-16 16:58:00 »
Forumsmitglied Lothar Gutjahr1 hatte das mal vorgeschlagen. Man nimmt anstelle eines Stack aus diversen Einzelaufnahmen einen mp4-Film auf, extrahiert daraus Jpeg-Bilder und setzt diese mit einem Stack-Programm zusammen. Ich hatte das nie ausprobiert.

Bis Anfang dieser Woche dienstlich Fotos mit der falsch eingestellten Dienstkamera machte und später im Büro anstatt Bilder, mp4-Videos auf dem Apparat vorfand. Nach etwas Recherche im Internet fand ich eine Lösung mit der Freeware ffmpeg; das ist ein sehr mächtiges Kommandozeilenprogramm ohne GUI.

Folgendermaßen kann man aus mp4 jpeg-Bilder machen: ffmpeg -i input.mp4 -qscale:v 2 output_%03d.jpg
(die Filmdatei heißt hier input.mp4)

Das funktioniert gut und schnell. Für Spinnenaufnahmen habe ich es noch nicht ausprobiert, aber vielleicht ist es für andere ja ein Tipp?

Kleine Ergänzung: Helicon Focus nimmt auch Videos direkt an und wandelt das Video automatisch in jpeg-Fotos um.

Gruß
Martin

1: Weiß jemand, ob Lothar noch lebt? Er war zuletzt 2018 eingeloggt und war ja schon über 70, glaube ich. Ich hatte ihn vor längerer Zeit mal angemailt, aber keine Antwort erhalten. Nachtrag: Lothar wird dieses Jahr 82 (ref).
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Martin Lemke

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Re: MP4-Stack
« Antwort #1 am: 2022-02-16 17:30:15 »
Noch ein Test auf die Schnelle. Mit Stativ habe ich frei gleitend auf einer Schiene ein 6 s-Filmchen gedreht (auch das hatte Verwacklungen, aber weit weniger als Filmen von Hand). ffmpeg machte daraus in wenigen Sekunden 336 Jpeg-Bilder (!). Mit einem Bildbetrachter sucht man dann das erste scharfe Bild heraus und löscht die Bilder davor. Danach ist das Stack-Programm dran (in meinem Falle Helicon Focus 7.7.5 pro). Das Ergebnis hat eine Auflösung von 1786x1000 Pixel (bei meiner Kamera) – ich habe es natürlich forumskonform auf 800 Pixel skaliert.

Die Tüflter unter Euch werden da sicher viel besseres hinbekommen. Wenn ich daran denke, wie lange so ein Stack sonst dauert, sollte es sich lohnen, die Sache zu verfeinern. Das ist natürlich kein Verfahren für Bitzlicht.

Gruß
Martin


Aufnahme: mit Tamron SP 90 mm F/2.6 Di MACRO 1:1 für Canon mit Adapter an Sony
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Jonathan Neumann

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Re: MP4-Stack
« Antwort #2 am: 2022-02-16 22:24:41 »
wenn man nicht blitzen darf, muss doch die Ausleuchtung enorm stark sein?

Zitat
Die Tüflter unter Euch werden da sicher viel besseres hinbekommen.

Da musste ich nun unweigerlich sofort an Jürgen Guttenberger denken.

lg jonathan
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Wolfgang Kairat

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Re: MP4-Stack
« Antwort #3 am: 2022-02-17 20:54:53 »
Hallo, Martin!
Wow, da habe ich rein zufällig genau in mein Thema geklickt! An der Sache sitze ich hier schon eine ganze Weile. Bislang habe ich die Fokussierung  immer stufenweise so gut es die Mechanik zulässt, von Hand vorgenommen, was natürlich eine ziemliche Fummelei darstellt, vor allem bei extrem kleinen Motiven. Vor einiger Zeit habe ich es auch mal mit nem Video versucht, bin aber leider daran gescheitert, dass ich (Schande auf mein Haupt) die Dateien nicht wieder auffinden konnte und irgendwann genervt aufgegeben habe. Durch deinen Beitrag motiviert habe ich es gerade noch einmal versucht und schlichtweg die SD-Karte durchsucht. So einfach kann das Leben sein! :-)
Damit hast du mir SEHR weiter geholfen! Vielen Dank dafür!!!
Hier mein dritter Versuch, ich denke aber, dass das noch deutlich steigerbar ist. Die Idee ist schlichweg genial, lediglich die Hin-und Herschubserei zwischen den Programmen ist etwas umständlich.
Was übrigens mit Einzelaufnahmen gut funktioniert hat, mit der Datenmenge bei Videos aber nicht, ist, den Fokus rauf und dann wieder runter zu bewegen. Der Versatz, der dabei entsteht, ist wohl etwas zu viel des Guten. Muss man mal weiter probieren.
Meine Ausrüstung: Olympus OMD-EM1 auf Motic SMZ 171 mit LED-Beleuchtung LED 60T und Schott KL300 LED, gestackt mit Helicon Focus 7.7.4, nachgearbeitet mit PS 8.0.1 und Neat Image 9.0.0 Home.
Daumen hoch für deinen Tipp!
Liebe Grüße
Wolfgang

Martin Lemke

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Re: MP4-Stack
« Antwort #4 am: 2022-02-22 22:19:39 »
Freut mich, dass mein kleiner Beitrag nützlich ist.

Falls Du das mp4-Filmchen noch hast, versuche mal die Filmdatei direkt in Helicon Focus zu laden und zu stacken. Den Zwischenschritt mit ffmpeg braucht, man eigentlich nicht – den brauchte ich nur für meine dienstlichen Fotos. Dadurch bin ich wieder zu Lothars Idee gekommen und habe im Zuge dessen gelesen, dass man mp4 direkt in HF laden kann.

Der Stack Deiner Linyphiide ist etwas zu kurz; die obersten Augen sind nicht scharf. Sonst sieht es für den Anfang gar nicht so schlecht aus. Auch die Beleuchtung gefällt mir gut. Die Glaskügelchen stören etwas. Wenn man in Alkohol fotografiert, ist es besser, anstelle von Glaskügelchen, transparentes Alkohol-Gel zu benutzen und als Hintergrund eine Graukarte.

@Jonathan: Ja, für Jürgen wäre das auch etwas gewesen. Ich hatte schon befürchtet, sowas interessierte jetzt niemanden mehr. In dem Punkt war ich zum Glück im Irrtum.

Noch ein Wort zu Photoshop. Ich hatte ein paar Jahre lang das Adobe Creative-Abo (Photoshop & Lightroom), aber PS schlussendlich nicht wirklich oft genug verwendet, dass es sich lohnt, dafür 11,89 €/Monat zu bezahlen. Ich bin auf Affinity Photo umgestiegen. Das kostet nur einmalig 54 €.

Kleine Spielerei:
TEST A-affinity.jpg
*TEST A-affinity.jpg (620.23 KB . 800x461 - angeschaut 130 Mal)
Mit Korrekturpinsel den Fussel entfernt, anschließend Hochpassfilter

Auf den Hochpassfilter sprechen zu allererst die Kügelchen an. Man könnte die wegmaskieren und unschärfer machen, aber das übersteigt mein Manipulationslust. Dein Bild ist ja eigentlich schon gut.

VG Martin
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