Autor Thema: Fallen in schwierigem Gelände  (Gelesen 316 mal)

Martin Lemke

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Fallen in schwierigem Gelände
« am: 2022-04-23 07:25:16 »
Anfang April habe ich im Marschland an der Elbe in Hamburg Bodenfallen und Farbschalen installiert. Mitte April war die erste Leerung.

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*2022-04-15-BES-(Schlinz)-Standort-800.jpg (217.25 KB . 800x368 - angeschaut 119 Mal)

Dass es im Frühjahr nass sein kann, ist eigentlich bekannt. Aber nach einigen sonnig-trockenen Tagen dachte ich, jetzt könne ich loslegen. Aber im Vordeichland der Elbe muss man wohl mit mehr Nässe rechnen. Auf dem von der Deichkrone aus fotografierten Übersichtsbild liegt die Elbe im Hintergrund. Im Vordergrund liegt die "Schlinz" – hier das Luftbild für Übersicht: google (markiert ist der Foto-Standort). Auf dem Übersichtsfoto ist der Fallenstandort eingezeichnet. Rechts der Pappelreihe kann man einen überfluteten Wiesenabschnitt erkennen. So ähnlich sah es in den 14 Tagen vor der Leerung sicher auch am Fallenstandort aus.

Lage der Fallen auf der binsenreichen Feuchtwiese:
2022-04-15-BES-(Schlinz)-Fallenueberblickjpg.jpg
*2022-04-15-BES-(Schlinz)-Fallenueberblickjpg.jpg (197.79 KB . 781x456 - angeschaut 123 Mal)

Kurzum:
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*2022-04-15-BES-(Schlinz)-flooded-Farbschalen.jpg (313.99 KB . 800x380 - angeschaut 116 Mal)
Meine Farbschalen wurden überflutet. Links zusätzlich von sandigem Substrat ausgespült: Keine Fänge. Rechst nur geflutet mit noch einigen gefangenen Spinnen.

und ...
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*2022-04-15-BES-(Schlinz)-flooded-Bodenfallen.jpg (306.73 KB . 800x396 - angeschaut 120 Mal)
Bodenfallen überflutet ...

Ich verwende hier Bodenflallen nach Melber (1987):
Melber-Falle.jpg
*Melber-Falle.jpg (67.97 KB . 449x410 - angeschaut 121 Mal)

Dieser Fallentyp hat eine Reihe von Vorteilen, unter anderem, dass der Fallenwechsel sehr schnell möglich ist (Becher raus, neuer Becher rein – die neuen Becher fülle ich schon zu Hause mit Fangflüssigkeit). Wer interesse hat, kann den Artikel von mir bekommen.

Wie auf den Fotos davor zu sehen, ist der Rand der Bodenfalle nicht optimal moduliert. Das ist der unerwarteten Festgkeit des Marschbodens zu schulden. Ich konnte mit meinem Pflanzstecher, mit dem ich normalerweise Löcher für Bodenfallen aushebe, nicht tief genug arbeiten. Um mit der Hand weiteres Bodenmaterial auszuheben, war der Boden einfach zu fest. – Leider ist es gar nicht einfach, einen vernünftigen Erdbohrer zu erwerben. Es gib einen Hersteller in den Niederlanden, der aber meine Nachfrage nicht beantwortete.

Wenn jemand Tipps für mich hat, bin ich gerne Ohr. Ich habe jedenfalls vorerst beschlossen, in diesem Gelände nur noch mit Farbschalen zu arbeiten.

BTW: Unter diesen Umständen war der Spinnenfang insgesamt übersichtlich:

Farbschale
Pachygnatha clercki 2 ♂, 1 ♀
Erigone dentipalpis 1 ♀
Oedothorax fuscus 1 ♂, 4 ♀
Pardosa amentata 3 ♂, 1 ♀

Bodenfalle
Oedothorax fuscus 2 ♀
Erigone atra 1 ♂
Trochosa ruricola 1 ♂

Viele Grüße

Martin
Profil bei Researchgate.net – Spinnen-News aus SH

DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.