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Europäische Forumsexkursion 2018

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Simeon Indzhov:
Das verändert schon viel. Dann kann ich empfehlen, u. A. die Parks (Südpark, Borisova gradina) in Sofia zu untersuchen - dort gibt es sicherlich auch einiges an interressanten Arten. Als Beispiel kann ich Tapinocyba biscissa nennen, die ich mithilfe eines improvisierten Siebes im Südpark in Dezember fand. Es gibt bisher sowieso nur eine Publikation über Sofia, und die ist basiert nur auf Bodenfallenmaterial aus Parks sowie Gebieten um die Stadt.

Vitoscha ist auch per Auto zugänglich, Lakatnik eigentlich auch.

Bezüglich Probentransport im Ausland, ich habe immer eine Genehmigung zB beim Versand an Arno gebraucht. Ob es eine aber für Eigentransport benötigt wird, weiß ich nicht. Ich werde mal nachfragen.

Martin Lemke:
Was ist im Sinne der Ortsbezeichnungen ein Park? Auf deutsche Verhältnisse übertragen klingt 'Park' nach Schutzgebiet.

Ich bin auch sehr interessiert an ganz gewöhnlichen Ruderalflächen und Straßenrändern. Wichtig ist der Mix unterscheidlicher Standorteigenschaften, um ein Maximum unterschiedlicher Arten zu erfassen.

Ein Beispiel:
Auf der Google-Karte sehe ich im Nordosten Sofias ein paar Flüsse Iskar und Lesnovska:

sofia-iskar.png (781.28 KB . 764x536 - angeschaut 591 Mal)
maps

Die sehen im Luftbild sehr begradigt aus, aber das Flussufer könnte einigermaßen natürlich beschaffen sein. Kennst Du Dich da aus? Die rot markierte Stelle ist ca. 600 m von der nächsten Straße entfernt.

Die meisten Seen und Teiche in dem Gebiet sehen nach Baggergruben aus. Das sind leider potentiell gefährliche Orte mit wenig befestigten Ufern. Wo Baggergruben sind, gibt es aber im Umfeld oft (zumindest hier in Norddeutschland) interessante Trockenhabitate. Wie das in BG ist, weißt Du sicher besser.

Wir müssen die Tour nicht im Vorwege vollständig durchplanen. Vieles wird sich unter dem örtlichen Eindruck spontan ergeben. Aber eine Übersicht, wo sich zugängliche z.B. Kiefernwald, Laubwald, Steppen, Heiden, Sümpfe, Ufer, Wiesen u.s.w. befinden, würde helfen.

Eine Nachtexkursion synanthroper Arten an Gebäuden würde die Sache abrunden. In Bosnien war das mit dem Fund von Dysderocrates silvestris sehr erfolgreich. Vielleicht finden wir in BG ja Dysderocrates egregius? – Ich schaue mal, ob ich vorab im Wiki etwas über deren Habitatansprüche ergänzen kann.

Vielleicht könntest Du zu unserer Orientierung in einem Luftbild mal zeigen, welche Gebiete Dir vorschweben und kurz skizzieren, was da zu erwarten ist?

Martin


Nachtrag:
Wie es aussieht, ist Dysderocrates egregius eher ein Phantomarten-Kandidat. Mich wundert auf den Seiten der Uni Bern der Hinweis, es seien bisher nur 2 Weibchen und ein Männchen bekannnt, listen die Art jedoch für 7 Länder (Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Serbien, Montenegro und Albanien); diese Informationen sind logisch miteinander nicht vereinbar. Taxonomische Hinweise habe ich im Wiki ergänzt.

Simeon Indzhov:
Ich meine Stadparks wie Südpark (42.669969,23.307006) zB. Das von Dir empfohlene Gebiet kenne ich nicht, werde aber nachfragen.

Dysderocrates findet man in Sofia mit relativ großer Sicherheit nicht. Selbst Maria Naumova hat die Gattung nur einmal aus Bulgarien gesammelt. Auch wenn ich mich daran erinnere, dass ich irgendwelche cf Harpactea-Exuvien unter Kieferrinde im sog. "Jagdpark" (eine "Fortsetzung" von Borisova gradina) fand. Die häufigen Stadt-Dysderidae sind Dysdera longirostris und Harpactea rubicunda. Aber Cetonana laticeps konnte ich letzen Monat unter toter Kiefernrinde sammeln.

Stadtparks vereinigen idR relativ diverse Biotope - Kieferwälder (meist künstlich gepflanzt), Laubwälder, Wiesen (im Mai sind die glaube ich idR noch nicht gemäht, und Zecken habe ich schon auch gefunden), auch Flussufern.

Martin Lemke:
Egal. Meist findet man sowieso Arten, mit denen man nicht so sehr rechnet. Lassen wir es einfach auf uns zu kommen. Zu dem Gebiet, dass ich im Luftbild nannte, musst Du keine Erkundigungen einzeihen. Es war nur ein Beispiel. Mit maps ist es recht komfortabel potentiell interessante Biotope zu finden.

BTW: Dein Link funktioniert nicht.

Martin

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